Der Tag, an dem ich von einer Brücke sprang

AJH-Kuwara-Bungee-Sandfra

Jeder hat diese Dinge im Kopf, die er mal irgendwann gerne machen möchte.

Für manche ist es ein Haus zu bauen, manche träumen von einer Weltreise und wieder andere möchten vielleicht einmal in einem Formel 1 Auto sitzen. Eine Sache, die ich schon machen wollte, seit ich 19 Jahre alt war, ist ein Bungee Jump.

Ich kann nicht erklären, warum ich mich seit nunmehr 20 Jahren so davon angezogen fühlte. Ich wollte mir damit auch nie etwas beweisen. Ich wollte es einfach einmal tun. Einfach erfahren, wie es sich anfühlt aus großer Höhe, kopfüber abzuspringen.

Anfang 2014  flog ich für zwei Wochen nach Neuseeland. 14 Tage rund um die Südinsel war mein Plan und obwohl ich noch nicht so recht wusste, wo ich überall hin wollte, so stand bereits bei der Planung zu diesem Trip stand eines fest:

Ich will in Queenstown von der Brücke springen.

Wie man unschwer am oberen Bild erkennen kann, habe ich meinen Wunsch auch Taten sprechen lassen und bin tatsächlich in Queensland, von der Kuwara Bridge aus 43m Höhe in einen Fluss gesprungen.

AJH--Sandra-bungee

Es ist merkwürdig wenn ich jetzt darüber schreibe, denn es fühlt sich in der Tat, auch heute noch, sehr surreal an.
Es fühlte sich anders an als ich dachte…

Tage bevor ich nach Queenstown kam, war ich bereits nervös und aufgeregt. Selbst am Tag meiner Ankunft, zweifelte ich stark an meinem Vorhaben. Selbst ein Besuch im Laden von AJ Hacket, DEM Anbieter für Bungee Jumps in Queenstown, konnte mir die Zweifel nicht nehmen. So ging ich ohne einen Sprung zu buchen, wieder aus dem Laden heraus und vertagte meine Überlegungen auf den nächsten Tag.

Am nächsten Tag, nahm ich all meinen Mut zusammen und buchte tatsächlich meinen Sprung.

…Und etwas sehr merkwürdiges passierte. Sobald ich aus dem Laden kam, war ich ruhig und gelassen und zweifelte nicht mehr. Es war als hätte sich ein Schalter umgelegt. Vielleicht war es auch die schiere Angst, die mich in eine Art Kaninchenstarre versetzte.

Noch eine Nacht schlafen, dann ist es soweit.

An meinem dritten Tag in Queenstown war es dann soweit. Um 11 Uhr war mein Sprung.

Ich war für meine Verhältnisse unglaublich still an diesem Morgen. Ich traute mich nicht zu essen, oder Kaffee zu trinken, aus Angst,… nun ja *grins*
Auf der Fahrt zur Kawarau Brücke, wo übrigens die ersten Jumps in Neuseeland auch stattfanden (von AJ Hacket dem Gründer des Unternehmens bei dem ich buchte), ging mir alles mögliche durch den Kopf. Seltsamerweise dachte ich dabei allerdings kaum an den Sprung, oder dass es gleich soweit sein würde.

43m Höhe, Skrillex und mit dem Kopf voran.

Es war sonnig, eiskalt und recht windig. Doch die Aussicht von der Brücke auf das türkisfarbene Wasser war der Hammer.
Auf der Brücke dachte ich auch noch, 43m sind ja auch nicht so hoch, wie man es sich vorstellt. Dann wurde es alles schnell sehr real.

Ich wurde in Gurte gewickelt, meine Füße zusammengebunden und an das Bungee gehakt. Alles wirkte super professionell und man merkt den Jungs die dort in luftiger Höhe arbeiten an, dass dies nicht ihr erster Tag im Job ist. Sie sind lustig, zu Scherzen aufgelegt und erklären genau, was zu welchem Step geschehen wird.

Meine Aussage „I’m scared shitless“ wurde mit einem Skrillex Song aufgefangen. Recht passend in diesem Moment und was soll ich sagen: es half.

Ich stieg raus auf die (Mini-) Plattform und dann ging mir nur noch durch den Kopf, „Jetzt oder nie! Nicht nachdenken“ und ich sprang.

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Schreien hilft!

Das Gefühl, ab dem Moment, ab dem man abspringt, kann man kaum beschreiben. Es ist unglaublich angsteinflößend und gleichzeitig irre aufregend. Man springt ab und im selben Moment will man einen Schritt zurück tun, doch es ist bereits zu spät und du bist in der Luft.

Was dann kam ging so schnell vorbei, dass ich nur noch das Eintauchen ins Wasser bemerkte und wie ich wieder nach oben „geschleudert“ wurde.  Ein absolutes Roller Coaster Gefühl in der Magengegend und extrem aufregend.

Doch schau selbst:

Hinterher dauerte es eine Weile, bis ich realisierte, dass ich wirklich sprang. Erst dann setzte dieses manische Grinsen auch bei mir ein, dass ich zuvor schon bei anderen beobachtet hatte, die ihren Sprung bereits hinter sich hatten.

Bucketlist – Bungee Jump: Check!

Ein wahnsinniges Gefühl. Lebendiger als an diesem Tag, habe ich selten gefühlt.
Seit diesem Tag habe ich das Gefühl ich kann alles erreichen, wenn ich es will. ich muss es nur wollen und durchziehen.

Ja, ich bin ein wenig stolz auf mich.

Schaun wir doch gleich einmal, welche irre Idee als nächstes auf meiner Bucketlist steht *grins*. Meinst du es wird ebenso irre sein, wie deine Wunschliste? verrate mir, was ganz on top deiner Liste steht. Ich bin gespannt.

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